München – Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise stiegen in 365 von 401 Kreisen und Städten an, während im Jahr 2017 lediglich 242 Kreise einen Preisanstieg verbuchten. Im bundesweiten Mittel lag das Plus inflationsbereinigt bei 7,2 Prozent – und fiel damit noch stärker aus als im Vorjahr.
„Die Immobilienpreise kennen derzeit nur eine Richtung, nämlich aufwärts“, erklärte Eva Grunwald, die das Immobiliengeschäft der Postbank leitet. Solange die Niedrigzinsphase anhalte und Baukredite günstig seien, sei eine „Trendwende nicht zu erwarten“.
Mit Abstand am teuersten ist und bleibt München: Im vergangenen Jahr wurde dort die 7000-Euro-Schwelle beim Quadratmeterpreis durchbrochen; der Durchschnittswert für Bestandsbauten in der bayerischen Landeshauptstadt lag bei 7509 Euro. Das sind 8,7 Prozent mehr als im Jahr 2017.
Grunwald riet Kaufinteressierten, genau hinzusehen – einzelne Objekte könnten durchaus bereits überteuert sein. „In einigen begrenzten Märkten, wie den In-Vierteln der Großstädte, drohen die Preise zu überhitzen“, warnte sie.
Die stärksten Steigerungen betreffen dem „Wohnatlas“ zufolge allerdings nicht die klassischen Speckgürtel der Metropolen. Von der großen Nachfrage nach Wohneigentum profitiert demnach auch der ländliche Raum. „Die Menschen suchen im Wohneigentum eine sichere Geldanlage, in und um die Metropolen wird es zunehmend eng und teuer, deshalb weichen Kaufinteressierte verstärkt in den ländlichen Raum aus“, erklärte Grunwald .
Den mit Abstand rasantesten Preisanstieg verzeichnet Suhl im Süden Thüringens. Dort wurden Wohnungen und Häuser um knapp die Hälfte teurer. In den Landkreisen Kronach in Oberfranken nahe der thüringischen Grenze und im nordthüringischen Kyffhäuserkreis stiegen die Preise um mehr als 40 Prozent. Trotz dieses Anstiegs bleiben die Immobilien dort mit Quadratmeterpreisen von 1655 Euro in Suhl, 1729 Euro in Kronach und 893 Euro im Kyffhäuserkreis allerdings weiter erschwinglich – verglichen mit den teuersten Regionen des Landes, wie zum Beispiel Miesbach oder Starnberg allemal. Deutschlands teuerste Regionen liegen fast ausnahmslos im Süden: Unter den Top Ten befinden sich acht Landkreise, wobei in fünfen davon der durchschnittliche Quadratmeterpreis die 5000-Euro-Marke geknackt hat.
Auch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft bescheinigt dem Süden Deutschlands die Ausnahmestellung, was Immobilien angeht. Das IW hat gestützt auf Daten eines führenden Dienstleisters für Immobilienbewertungen, der Sprengnetter GmbH, den Zeitraum von 2013 bis zum Jahr 2018 betrachtet. Ein Haus in Augsburg zum Beispiel, das im Jahr 2013 für 200 000 Euro angeschafft wurde, konnte 2018 für 350 000 Euro wieder verkauft werden. Auch das IW erwartet, dass die Preise, wenngleich nicht mehr so stark, weiter steigen. Denn die Einkommen würden tendenziell weiter steigen und der Bevölkerungszuwachs in vielen Regionen weitergehen. com, afp