Budapest – Beim Untergang eines Touristenbootes auf der Donau sind in Budapest mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. 21 Menschen wurden nach Angaben der ungarischen Behörden noch vermisst. Der Ausflugsdampfer „Meerjungfrau“ sank am Mittwochabend nach einer Kollision mit einem größeren Kreuzfahrtschiff. Sieben Menschen konnten gerettet werden. Bei den Toten handelt es sich um südkoreanische Touristen.
Der Ausflugsdampfer sank um 21.15 Uhr nach der Kollision mit dem Kreuzfahrtschiff „Viking Sigyn“ auf der Höhe des Budapester Parlaments, wie die Behörden mitteilten. An Bord der „Meerjungfrau“ waren zum Unglückszeitpunkt 33 Südkoreaner, darunter ein sechsjähriges Mädchen, sowie zwei ungarische Besatzungsmitglieder.
Die Polizei präsentierte Aufnahmen einer Überwachungskamera, die den Zusammenstoß der „Meerjungfrau“ mit dem deutlich größeren Kreuzfahrtschiff zeigt. Vor der Kollision habe der Ausflugsdampfer „aus irgendeinem Grund“ auf die „Viking Sigyn“ zugesteuert, woraufhin das Kreuzfahrtschiff das kleinere Boot umgestoßen habe. „Es ist innerhalb von sieben Sekunden gesunken“, sagte Polizeisprecher Adrian Pal. Zum Unglückszeitpunkt regnete es in Strömen.
Taucher der ungarischen Armee unterstützten die Polizei bei der Suche nach Überlebenden, die die ganze Nacht über andauerte. Die Suche wurde zudem auf den ganzen ungarischen Abschnitt der Donau ausgeweitet. Nach heftigen Regenfällen in den vergangenen Wochen ist der Flusspegel deutlich angestiegen und die Strömung sehr stark, was die Rettungsbemühungen erschwerte. Zudem ist das Wasser zehn bis 15 Grad Celsius kalt.
Medienberichten zufolge wurde eine Leiche mehrere Kilometer südlich des Unglücksorts gefunden. Dies wurde von den Rettungsdiensten nicht bestätigt. Das 26 Meter lange Unglücksschiff wurde Medienberichten zufolge nach mehreren Stunden nahe der Margaretenbrücke entdeckt. Der Zugang zur Donau wurde durch die Behörden gesperrt, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Sieben Menschen wurden mit Unterkühlung und unter Schock ins Krankenhaus eingeliefert. Nach Angaben des Polizeisprechers Kristof Gal wurden noch 21 Menschen vermisst. Ein Sprecher des Schiffseigners Panorama Deck sagte, das Boot sei regelmäßig gewartet worden und habe augenscheinlich keine technischen Mängel gehabt. „Es war ein normaler Sightseeing-Ausflug“, sagte Mihaly Toth. „Wir wissen nicht, wie das passiert ist, die Behörden ermitteln, alles, was wir wissen, ist, dass es schnell gesunken ist.“