London/München – Sie hat ihn per Hand geschrieben, und das schon im August. In dem Brief, in dem Meghan Markle (37) an ihren Vater geschrieben hatte, schildert sie, welche schlimme Schmerzen ihr Vater ihr mit seinen öffentlichen Attacken gegen sie und ihren Ehemann Prinz Harry angetan hat. Auf fünf Seiten erklärt sie ihrem Vater, dass sie seine Haltung nicht versteht und auch nicht gerechtfertigt findet. Diesen privaten und größtenteils sehr flehentlichen Brief gab Thomas Markle nun an die britische Zeitung „Daily Mail“, die ihn veröffentlichte.
Meghan beginnt ihren Brief mit folgenden Worten: „Daddy, mit schwerem Herzen schreibe ich dir das, weil ich nicht verstehe, warum du diesen Weg gewählt hast und es dich nicht interessiert, dass er Schmerzen verursacht…“ Seine Taten haben ihr „Herz in Millionen Teile zerbrochen“. Die 37-Jährige appelliert an ihren Vater, bei der Wahrheit zu bleiben. Sie schreibt: „Nicht nur, weil du diesen unnötigen und ungerechtfertigten Schmerz produziert hast, sondern auch, weil du, als du dich dafür entschieden hast, nicht die Wahrheit zu erzählen, dich auch noch wie eine Marionette behandeln hast lassen. Das ist etwas, was ich nie verstehen werde.“
Das Verhältnis zwischen dem 74-Jährigen und dem englischen Königshaus ist schon lange sehr angespannt. Im Sommer widersetzte sich Thomas Markle der Bitte von Prinz Harry, nicht ständig in Interviews auf seine Tochter und Harry zu schimpfen. Wegen der vielen Anfeindungen hatten Meghan und Harry seit ihrer Hochzeit im Mai den Kontakt zu dem 74-Jährigen abgebrochen.
In einem Interview mit der britischen Boulevard-Zeitung „The Sun“ griff der 74-Jährige im Sommer dann gezielt Prinz Harry (34) an. Dieser habe ihm angeblich den Grund für den Kontaktabbruch folgendermaßen erklärt: „Das passiert, wenn du nicht darauf hörst, was wir dir sagen.“ Doch Thomas Markle zeigt sich alles andere als einsichtig. „Ich werde nicht zu einem Mönch in einem Kloster und ein Schweigegelübde ablegen“, sagt der 74-Jährige gegenüber „The Sun“. Er werde weiter mit der Presse sprechen und wahrscheinlich auch lauter werden. Die jüngste Indiskretion, also die Veröffentlichung des Briefs, ist vermutlich eine Reaktion auf ein Interview, das Meghans gute Freundinnen zuvor dem „People Magazine“ gegeben hatten. In dem Interview zeichneten die Freundinnen ein durchweg gutes Bild von der 37-Jährigen, die sich aufopferungsvoll um jedermann kümmere.
Das wollte Thomas Markle wohl nicht so stehen lassen. „Das letzte Mal, dass wir uns gesprochen haben, war drei Tage vor der Hochzeit, als ich im Krankenbett war und gerade meine Behandlung hatte,“ wird er in der „Daily Mail“ zitiert.
Der Halbbruder von Herzogin Meghan, Thomas Markle junior, wünscht sich eine Aussöhnung seines Vaters und seiner jüngeren Halbschwester. „Wenn ich ihr etwas sagen könnte, dann, dass sie sich bei meinem Vater melden soll – für ihn ist es extrem wichtig, dass die Familie wieder zusammenkommt“, sagte der 52-Jährige dem Magazin „Bunte“ in der vergangenen Woche.
Nach dem neuerlichen Vertrauensbruch scheint eine Versöhnung allerdings fraglich. Wenn er so weitermacht, wird Thomas Markle sein Enkelkind, das vermutlich Ende April, Anfang Mai zur Welt kommt, wohl vorerst nicht kennenlernen können. mit Material von dap und AFP