München – In Oberbayern fallen die Preisrekorde bei Immobilien: Die Stadt München hat erstmals die 7000-Euro-Marke beim Quadratmeterpreis durchbrochen. Um 8,7 Prozent auf nun 7509 Euro ist der Durchschnittspreis im vergangenen Jahr gestiegen, hat die Postbank ermittelt. Noch stärker kletterten die Preise allerdings in Miesbach: Dort waren im Schnitt 14,2 Prozent mehr zu bezahlen als 2017. Mit einem Durchschnittspreis von 5615 Euro hat Miesbach damit sogar Starnberg abgehängt, wo die Kaufpreise „nur“ um 5,94 Prozent auf 5613 Euro stiegen.
Deutschlands teuerste Regionen liegen fast alle in Oberbayern: Acht der zehn teuersten Landkreise befinden sich hier, wie der „Wohnatlas 2019“ zeigt, für den 401 Landkreise und kreisfreie Städte untersucht wurden. Von der großen Nachfrage profitiert demnach nicht nur der Speckgürtel rund um München, sondern auch der weitere ländliche Raum. „Die Menschen suchen im Wohneigentum eine sichere Geldanlage“, sagte Eva Grunwald, bei der Postbank zuständig für das Immobiliengeschäft. „In und um die Metropolen wird es zunehmend eng und teuer, deshalb weichen Kaufinteressenten verstärkt in den ländlichen Raum aus.“
In mehr als 90 Prozent aller Landkreise sind die Kaufpreise im vergangenen Jahr gestiegen, im Schnitt lag das inflationsbereinigte Plus bei 7,2 Prozent. Es gab freilich auch Gegenden, die mit Einbrüchen zu kämpfen hatten. So gingen die Preise im vergangenen Jahr in den Kreisen Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt) und Elbe-Elster (Brandenburg) um 37,3 beziehungsweise 34,5 Prozent zurück. Generell erwarten die Postbank-Experten aber keine Trendwende, auch wenn der Preisanstieg etwas gebremst weitergehen dürfte.