Ach, es hätte so schön sein können! Endlich eine eigene Wohnung, die eigenen vier Wände, Schluss mit Hotel Mama! Mit einem ordentlichen Gewinn bei „Wer wird Millionär?“ hätte der Traum vom Auszug wahr werden können. Aber – es kam anders. Norbert Pany, der gestern Abend Kandidat beim „Nesthocker-Spezial“ von Günther Jauch war, legte eine Nullrunde hin – der Münchner Student beantwortete die 500-Euro-Frage falsch und ging ohne einen Cent wieder heim. Und wohnt nun weiterhin bei Mama und Papa.
„Ich ärgere mich total über meinen Auftritt“, sagt Norbert Pany, als unsere Zeitung ihn nach der Sendung erreicht. „Ich wollte unbedingt teilnehmen und war glücklich, dass ich es auf den heißen Stuhl geschafft habe. Und dann das!“
Ausgerechnet eine Frauenfrage wurde dem 24-jährigen Single zum Verhängnis. „Reden die Juroren bei Misswahlen über die schönen Fesseln einer Bewerberin, dann meinen sie den Bereich zwischen …? A: Knöchel und Wade, B: Schulter und Schlüsselbein, C: Hüfte und Bauchnabel, D: Augenbraue und Oberlid“, lautete die Frage. Pany hatte nicht den Hauch einer Ahnung. „Ich kannte das Wort Fesseln einfach nicht“, gesteht er. Dass er keinen Joker nutzte, erklärt er so: „Ich bin Sternzeichen Stier, also stur. Mich hat die Frage einfach nicht interessiert, also habe ich sie nicht beantwortet und von dem Moment an auf Durchzug gestellt. Ich wollte nur noch weg.“
Günther Jauch versuchte, mit ihm irgendwie ins Gespräch zu kommen, kleine Hilfen zu geben – es nützte nichts. Norbert Pany entschied sich für D. A wäre richtig gewesen. Damit bleibt er nun erst mal von „Beruf Sohn“, wie er selbst, übrigens Einzelkind, sagt. Achthundert Euro zahlen ihm seine Eltern, die beide berufstätig sind, monatlich. Und die braucht er auch – denn nach fünf Semestern Philosophie in München ist er im vergangenen Herbst nach Salzburg gewechselt, um dort Kommunikationswissenschaften zu studieren. Das Zimmer dort? Zahlen Mama und Papa ebenfalls („Ich bin sozusagen doppelter Nesthocker“). Wenn er mal Urlaub machen möchte? Dann, klar, mit den Eltern. „Wir verstehen uns sehr gut, das ist schön“, sagt Norbert Pany. „Aber eines Tages möchte ich doch auf eigenen Beinen stehen.“
Wie das klappen könnte – dafür hat Günther Jauch seinem Pechvogel-Kandidaten noch in der Sendung eine Möglichkeit eröffnet: „Von Zeit zu Zeit machen wir eine Loser-Runde“, so der Moderator. „Da kriegen die Nuller-Kandidaten eine zweite Chance.“ So gesehen sei das Leben also für Norbert noch nicht zu Ende. Und bis dahin lebt es sich daheim im Hotel Mama ja vielleicht auch gar nicht so schlecht.