Noch mehr unter Beobachtung

von Redaktion

Für Neuer könnte sich das Theater mit ter Stegen sogar noch auszahlen

München – Ab jetzt steht Manuel Neuer unter Dauerbeobachtung. Nach der Verbal-Attacke von Bayern-Präsident Uli Hoeneß in Richtung DFB und Neuer-Konkurrent Marc-André ter Stegen (27) hat der Kampf um das Tor der Nationalmannschaft eine neue Dimension erreicht. Das bedeutet für den Keeper des FC Bayern vor allem eines: immensen Druck. Nun muss der Weltmeister von 2014 sich in jedem Spiel mit ter Stegen vergleichen lassen.

Patzer und Schwächephasen wie in der vergangenen Saison, darf sich Neuer nun nicht mehr erlauben. Auch längere Verletzungspausen werden in Zukunft mit Sicherheit noch einmal genauer beäugt werden.

Ansonsten könnten Neuer die Hoeneß-Aussagen wie ein Bumerang treffen. Und der Bayern-Präsident legte nochmals via „Bild“ nach – er attackierte DFB-Direktor Oliver Bierhoff direkt: „Wir haben ja schon mal so ein Chaos erlebt. Das war während der WM 2006. Da war der Herr Bierhoff auch mitverantwortlich bei Oliver Kahn und Jens Lehmann. Das will ich dem deutschen Fußball ersparen.“

Neuer versuchte hingegen bereits nach dem 3:0-Sieg gegen Belgrad, die angespannte Situation zu beschwichtigen, indem er sagte: „Ich will keine Debatte führen und genauso wenig darüber reden, was wer wie gut kann.“

Andererseits kommt Neuer der aktuelle Torwart-Streit nicht ungelegen – vor allem aus finanzieller Sicht. Denn: Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge bestätigte die angestrebte Vertragsverlängerung mit Neuer, „Wir haben einen über 2020 hinausgehenden Vertrag und ich denke, dass wir diesen Vertrag in nicht allzu ferner Zukunft noch mal verlängern werden. Weil wir sind dankbar, dass er für Bayern München spielt, und wir wissen, welche Qualitäten er hat. Wir fühlen diese Dankbarkeit“, sagte er.

Wer so viel öffentliche Wertschätzung erfährt, ist natürlich in einer guten finanziellen Verhandlungsposition. Nach Informationen unserer Zeitung wartete die Neuer-Seite auf entsprechende Signale, um die Vertragsgespräche aufzunehmen. Denn: Ziel von Neuer und dessen Berater Thomas Kroth soll es sein, vorzeitig den im Sommer 2021 auslaufenden Vertrag des Keepers beim deutschen Rekordmeister um mindestens zwei Jahre zu verlängern.

Zur Erinnerung: Normalerweise erhalten Bayern-Spieler jenseits der 30 stets nur Einjahresverträge. Eine Ausnahme machten die Bosse kürzlich erst bei der Vertragsverlängerung von Robert Lewandowski (31) bis Sommer 2023. Das strebt nun auch Neuer an, inklusive guter finanzieller Bezüge, versteht sich.

Dann hat das Torwart-Theater der vergangenen Tage für den Nationalspieler womöglich doch noch etwas Gutes. Zumindest auf seinem Konto. MANUEL BONKE

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