Pilotprojekt: Stadt initiiert Nistkästen

von Redaktion

An vier Plätzen in Kolbermoor sollen 19 Nistkästen für Vögel und Fledermäuse aufgehängt werden: Das ist ein Pilotprojekt der Stadt. Ziel ist es, zum Naturschutz beizutragen – nächste Woche werden die Behausungen aufgehängt.

Kolbermoor – Der große, alte Tulpenbaum am Karl-Daniels-Platz bekommt am Stamm einen blauen Punkt verpasst. Er soll nicht gefällt werden, sondern an dem Baum soll ein Nistkasten aufgehängt werden. Simon Reiter vom Bauhof, Biologin Stefanie Mühl und Jürgen Halder von der Stadt waren jetzt vor Ort, um perfekte Plätze für die Nistkästen auszuwählen.

Insgesamt sollen zehn für Fledermäuse und neun für Vögel an die Bäume genagelt werden. Der Karl-Daniels-Platz ist einer der vier Orte, des Weiteren sollen Behausungen in der Grünanlage an der Spinnerei, auf der Spinnereiinsel und im Spinnereipark realisiert werden. Dort gibt es bereits gut 30 der „Wohnungen für Vögel“.

Nun sollen die Piepmätze allerdings weitere Wohnungen in den Gipfeln vorfinden. Grund für das Pilotprojekt ist es, „einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten“, sagt Halder. Die Artenvielfalt der Singvögel und der Fledermäuse soll einfach unterstützt werden. Kurz: Vögel und Fledermäuse sollen sich einfach wohlfühlen in der Stadt. Denn um einige Arten steht es schlecht, wie um Star und Haussperling zum Beispiel.

Rabenkrähe setzt

Singvögeln zu

Gründe für den Rückgang der Vögel gibt es viele, ein Problem für Singvogel stellt beispielsweise der Anstieg der Rabenkrähen dar: „Früher gab es nicht viele“, sagt Halder. Das habe sich mittlerweile geändert: Sie räubern die Nester aus und so sinke die Population der Singvögel. Haben die Singvögel allerdings einen Nistkasten sei der Nachwuchs geschützt.

„Durch die Einfluglöcher passen die Rabenkrähen nicht“, sagt Reiter.

In etwa vier Metern Höhe sollen die Behausungen angebracht werden. „Je höher, desto besser“, sagt Biologin Mühl. Und an jedem Baum nur einer: „So gebe es keine Konkurrenz.“

Artenvielfalt

großes Thema

Wie schnell werden die Nistkästen denn angenommen? Bei den Vögeln gehe es sehr schnell, so die Biologin. Die Fledermäuse lassen sich Zeit, bis sie einen Nistkasten annehmen, erklärt sie. „Wir haben schon einmal Wespen und Hornissen in einem Fledermauskasten gefunden“, sagt Reiter, der mit seinem Team die Nistkästen kontrolliert.

Aber auch das ist kein Nachteil, so Reiter: Schließlich sei die Natur ein Kreislauf, gibt es viele Insekten, steigt auch die Zahl der Vögel. Und um auch den Insekten ein schönes Zuhause in Kolbermoor zu bieten, werden beispielsweise die Verkehrsinseln mit Blumen und Stauden versehen.

Werden die Kästen jetzt seitens der Tiere gut angenommen, erklärt Halder gegenüber unserer Zeitung, „werden wir das Projekt weiterführen, es weiter fördern“.

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