Rosenheim – Der Kunstmühle in Rosenheim steht offenbar ein gastronomischer Wechsel ins Haus. Der Mieter, die „Dinzler Kaffeerösterei AG“, wird wohl die Räume bis spätestens Ende des Jahres aufgeben müssen. Denn der Eigentümer der historischen Anlage aus dem Jahr 1855 will die Gastronomie selbst übernehmen – mit einem Konzept, das sich bereits einen Namen gemacht hat in der Region.
Schwierige
Vertragsverhandlung
Seit 15 Jahren hat Dinzler die rund 950 Quadratmeter große Fläche in der Kunstmühle gemietet. Der Mietvertrag läuft im Dezember aus. Eine Verlängerung um ein Jahr wäre möglich. Doch die Eigentümer-Familie Werndl hat offensichtlich kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit. „Es ist richtig, wir haben kein Interesse mehr daran, den Vertrag zu verlängern“, sagt Klaus Werndl. Und nennt als Begründung gewisse Unzufriedenheiten über das Agieren seines Mieters. Unter anderem hatte Dinzler um einen günstigeren Mietpreis für die Lagerflächen im hinteren Teil des Gastronomiebetriebes gebeten. Das habe er abgelehnt, weil er den Eindruck habe, die Flächen würden nicht genug wertgeschätzt, sagt Klaus Werndl – nicht, ohne zu betonen, dass es in seiner Familie eine „große Wertschätzung für die Familie Richter“ gebe.
Diese Wertschätzung bestätigt gleichermaßen Heike Richter, Leitung Personalwesen bei Dinzler. Und sie sagt auch, dass Dinzler gerne in der Kunstmühle bleiben würde. „Die Räume sind ein Stück Heimat für uns.“ Nichtsdestotrotz ist auch für die Kaffeerösterei die Ausgangslage derzeit schwierig: Ziel sei es eigentlich, die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Vermieter neu zu regeln, um im Anschluss weitermachen zu können mit dem gastronomischen Angebot, das „sehr gut“ laufe. Im April werde es noch einmal ein Gespräch geben, sagt Heike Richter. Bis dahin wolle man abwarten.
Klaus Werndl bestätigt das, spricht aber bereits von der Zeit nach Dinzler. Für ihn ist klar, in der Kunstmühle wird demnächst ein neues Konzept greifen. Eines, das in Rosenheim und der Region seit Langem bekannt und eng mit dem Namen Giuseppe Tedesco verbunden ist. Tedesco führt seit mehr als elf Jahren in der Alten Spinnerei in Kolbermoor das Restaurant „Giuseppe e amici“, an das auch ein Café angeschlossen ist. Bekannt sind Tedesco und sein Team zudem dank ihres Restaurants in der Rosenheimer Innenstadt. Im Gillitzerblock bieten sie ebenfalls italienische Küche an.
Als drittes Standbein könnte bald die Kunstmühle folgen – wobei Klaus Werndl betont, es werde dort „kein Giuseppe“ entstehen. Die Gastronomie in Kolbermoor diene lediglich als „Blaupause“ für Rosenheim.
Mittagskarte
als Herzstück
Geplant ist demnach ein reiner Tagesbetrieb, dessen Herzstück eine „interessante Mittagskarte“ bildet. Die Palette der Gerichte werde erweitert, die Preise würden günstiger kalkuliert als bisher, sagt Werndl. Auch die Nutzung der Räume selbst soll in Zukunft anders als bisher aussehen: Den Kern des Lokals in der Kunstmühle werden etwa 400 Quadratmeter im vorderen Bereich bilden. Die übrige Fläche wird frei bleiben für eine „gastronomienahe“ Nutzung. Was sich dahinter verbirgt, möchte Klaus Werndl im Moment nicht bekannt machen. Nur so viel: „Es geht in Richtung Event. Es wird spannend und toll.“