Wertbrief verschwindet: Post zahlt

von Redaktion

Familie Obertinski erhält nach Recherchen der Heimatzeitung Geld zurück

Bad Endorf – Nun strahlen Marianne und Josef Obertinski aus Bad Endorf wieder. Dank der OVB-Heimatzeitungen bekommt die Familie ihre hundert Euro wieder zurück. Denn sie hatte einen Hundert-Euro-Schein einem Wertbrief beigelegt, der auf dem Weg nach Berlin unauffindbar verschollen ist. Nun lenkt die Post ein.

Doch zunächst war die Aufregung bei den Senioren groß. Der Wertbrief kam und kam beim Empfänger nicht an. „Es sollte doch eine Überraschung werden“, meint Marianne Obertinski enttäuscht. Der Brief war an ihren Bruder adressiert, dessen Tochter einen kleinen Sohn bekommen hatte. „Das Geld sollte für Mutter und Kind zur Geburt sein“, so die 69-Jährige aus Bad Endorf. Doch aus der Vorfreude wurde bald eine Riesenenttäuschung. Und ihr folgte die Empörung.

Schon am 17. Oktober hatte Marianne Obertinski eine Glückwunschkarte besorgt, den Geldschein in den Brief gelegt und das Ganze als „Wertbrief“ bei der Poststelle in Bad Endorf aufgegeben. Fünf Euro hatte die Versicherung gekostet.

Doch dann ging die Warterei los. Immer wieder telefonierte die Seniorin mit ihrem Bruder in Berlin, immer wieder wurde sie vorstellig bei der Post. Aber kein Erfolg, kein Brief und vor allem kein Geld. Allmählich wich dem Ärger die Sorge um den Verlust des Briefes und des Geldes. Wo war alles geblieben?

Nach vier Wochen stellte Marianne Obertinski eine Verlustanzeige, denn inzwischen war wohl geklärt, dass der Brief im Logistikzentrum in Berlin am 18. Oktober angekommen war. Dann verliert sich seine Spur.

Hier nun kommt die Heimatzeitung ins Spiel. Sie fordert von Dieter Nawrath, dem zuständigen Pressesprecher der Post für den Bereich Rosenheim, Aufklärung. Er betont nur: „Die Kundin hat eigentlich alles richtig gemacht.“ Noch habe er keine heiße Spur, doch er verspricht, nachzuforschen. Schon am nächsten Tag teilt Nawrath der Heimatzeitung mit, dass der Brief und vor allem das Geld definitiv unauffindbar sind.

Doch weil die Endorferin den Brief ordentlich als Wertbrief aufgegeben und den Einlieferungszettel mit der langen Sendungsnummer aufbewahrt hat, hat sie gute Karten. „Ein Wertbrief in dieser Kategorie darf nur bis zu 100 Euro bestückt werden. Die Versicherung greift nicht, sollte mehr als diese Summe eingelegt worden sein“, macht Nawrath deutlich. Also Glück für die Seniorin.

Und über die Sendungsnummer ist der Brief eindeutig identifizierbar. „Den Absender trifft überhaupt keine Schuld“, wiederholt der Pressesprecher. „Wir gehen von einem Totalverlust aus. Das ist unser Fehler, das hätte nicht passieren dürfen“, entschuldigt sich Nawrath für das Unternehmen.

Und er fügt an. „Selbstverständlich bekommt der Absender, in diesem Fall die Familie Obertinski, die volle Summe zurück plus die Kosten für Glückwunschkarte und Porto.“ Und tatsächlich: Die Post hat den beiden Senioren eine Bestätigung zukommen lassen, in dem die Zahlung von 107,50 Euro angekündigt wird. „Wir sind glücklich, das Geld wieder zurückzubekommen und möchten uns bei der Heimatzeitung bedanken. Ohne sie hätten wir unseren Hunderter wahrscheinlich nie wieder gesehen, zumindest nicht so schnell.“

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