Mit Schleifenblumen in den Sommer

von Redaktion

Gartenbauverein Neubeuern gibt Tipps zum Anlegen einer Blumenwiese

Neubeuern – Nicht erst seit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ist bekannt, dass bunte Blumenwiesen ein Paradies für Falter, Schmetterlinge, Käfer, Bienen und Hummeln sind. Nun machte der Neubeurer Gartenbauverein Nägel mit Köpfen und bietet für alle Interessierten die Blumenmischung „Reichenauer Blütensommer“ an. Was man tun muss, damit es im Garten bald herrlich bunt blüht, lieferten die Gartler in ihrer Versammlung gleich dazu.

Die Blumenwiese vor der St.-Georgs-Kirche auf der Insel Reichenau hat dem Obst- und Gartenbauverein Neubeuern den Impuls gegeben, in der Heimat das Thema aufzugreifen. Georg Wachinger, Schriftführer des Vereins, hatte bereits im vergangenen Jahr größte Erfolge mit der Aussaat der einjährigen Blumenmischung „Reichenauer Blütensommer“.

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung zeigte er Bilder von seinem beeindruckenden Ergebnis und gab Tipps zur Umsetzung einer Neubeurer Blumenwiese mit diesem Saatgut. „Einjährige Blumenwiesen sind für den Anfang zu empfehlen, da die mehrjährigen mit der Zeit ihre Vielfalt verlieren“, so Wachinger. „Wenn der Boden gut vorbereitet ist, dann sollte man ab Ende April mit der Aussaat aufein richtiges Sauwetter warten, damit der Boden zwei bis drei Wochen feucht bleibt. So spart man sich das Gießen“, erklärt Wachinger.

Und so wird‘ gemacht:

Bodenvorbereitung

Die als Blumenwiese vorbestimmte Fläche sollte möglichst „unkrautfrei“ sein, da Unkräuter sonst in Konkurrenz zu den Blumen stehen und einen Entwicklungsvorsprung bekommen. Die einzusäende Fläche sollte also mindesten vier Wochen vor der Aussaat von jeglichem Bewuchs befreit sein. Empfohlen wird ein mindestens 20 bis 30 Zentimeter tiefer Bodenumbruch. Eine gut gelockerte Saatfläche ist Voraussetzung für das Gelingen. Die Bearbeitungstiefe sollte mit jedem Durchgang flacher werden, um keine weiteren Unkrautsamen an die Oberfläche zu bringen. Oft wird dabei eine Fräse benutzt, deren Einsatz aber für das Bodengefüge nicht optimal ist. Große Flächen kann man mit einer Kreiselegge flach bearbeiten. Unter Umständen muss die Behandlung mehrmals vor einer Aussaat erfolgen. Ideal sind Rasenflächen, die lediglich abgeschält und unmittelbar darauf besät werden können. Diese Flächen sind meistens frei von Unkrautsamen.

Aussaat

Optimal ist die Ausbringung Ende April bis Ende Mai. Blumenmischungen enthalten viele konkurrenzschwache Arten. Daher nicht zu dicht säen. Unbedingt an die angegebenen Saatgutmengen halten, die pro Quadratmeter empfohlen werden, in diesem Fall fünf Gramm pro Quadratmeter. Zur Vereinfachung der Aussaat empfiehlt sich das Beimischen von Sand. Nicht walzen, besser ist ein nicht zu feines Saatbeet. Und sofortiges Angießen für den Bodenschluss. Wichtig ist für mindestens drei Wochen ausreichend zu gießen, danach nur bei längeren Trockenperioden.

Blütezeit

Die Blüte beginnt etwa acht bis zehn Wochen nach der Aussaat und wird zwei bis drei Monate anhalten. Als Gartenbesitzer ist das Anlegen einer Blumenwiese reine Privatsache. Geduld ist allerdings schon erforderlich. Denn die Blütenpracht braucht ein paar Jahre, bis sie sich wie gewünscht entwickelt und stabilisiert hat.

Samenmischung

Die Neubeurer Gartler haben sich mit der Samenmischung „Reichenauer Blütensommer“ eingedeckt. Das Ergebnis der gärtnerischen Bemühungen wird in der Herbstversammlung vorgestellt. Die Samenmischung ist beim Schriftführer des Vereins, Georg Wachinger, unter Telefon 08035/2936 erhältlich.

Blühstreifen

Auch die in der Öffentlichkeit viel diskutierten Blühstreifen entlang der Felder sind freiwillig, in diesem Fall gehen die Bauern von einer Verminderung ihrer Ertragsfläche aus. Die Aktion des Bayerischen Bauernverbandes „Bayern blüht auf“ soll die Initiative der Bauern fördern, möglichst viel Lebensraum für Bienen und Insekten zu schaffen. Rein rechnerisch beträgt der volkswirtschaftliche Wert der Bestäubung für Nutzpflanzen in Deutschland rund zwei Milliarden Euro, das entspricht dem dritten Platz der Produktionsleistung in der Landwirtschaft nach Schwein und Rind. Grund genug, sich Gedanken um das Anlegen einer Blumenwiese, eines Blühstreifens und blühende Straßenränder zu machen.

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