Riedering – Brenner-Nordzulauf, Flüchtlinge, Dorferneuerung, Wasserversorgung, Kindergarten-Neubau, Bauland für Einheimische – viele Themen beschäftigen die gut 6000 Einwohner zählende Gemeinde und deren Bürger bei den drei gut besuchten Bürgerversammlungen in Moosen, Riedering und Söllhuben.
Monika Hollinger vom Hauptamt ging auf die Einwohnerzahlen ein: 3980 Einwohner habe Riedering 1980 gezählt, heute seien es 6003. Und: Die Geburten sind mehr als die Sterbefälle. Zahlen, die Bürgermeister Josef Häusler in seinem Ausblick aufgriff.
Heute schon sei das Seniorenheim Haus Renate ausgelastet, 50 Senioren stünden auf der Warteliste. „Da müssen wir uns über ein zweites Pflegeheim Gedanken machen.“ Vier Kindergärten gebe es in der Gemeinde, derzeit schreite der Kindergarten-Neubau in Riedering mit Riesenschritten voran, die Fertigstellung sei für September geplant. Hollinger fügte an, dass die Gemeinde aktuell knapp 575000 Euro für die Kinderbetreuung aufwendet.
Geschäftsleiter Andreas Uhlig ging auf das Thema Bauleitplanung ein. Ein Bebauungsplan sei keine Willkür, sondern ein städtebauliches Konzept, für das die Gemeinde verantwortlich sei. Anhand der Pläne von Wolferkam zeigte Uhlig die Veränderung von einem landwirtschaftlich geprägten Ortsteil zu einem Dorfgebiet. Häusler ergänzte hierzu, dass die seit über zehn Jahren laufenden Planungen für das Baugebiet Perr-Puttinger Bach endlich abgeschlossen seien, die Baugrundstücke würden nun nach dem Einheimischenmodell vergeben.
Michael Fellner vom Bauamt zeigte mit Fotos die Straßensanierungen und -erschließungen, Bauhofarbeiten an Parkplätzen und Spielplätzen sowie die Sanierungsarbeiten an der Mehrzweckhalle.
Kämmerer Wolfgang Eberle veranschaulichte mit Diagrammen und Grafiken die Finanzausstattung der Gemeinde sowie die Ein- und Ausgaben. Erfreulich sei, dass die Gemeinde mit Rücklagen in Höhe von gut 2,3 Millionen „eine gute Basis für die nächsten Investitionen“ habe. Und für den neuen Kindergarten habe man nur eine statt der geplanten drei Millionen Euro Kredit aufnehmen müssen.
Häusler gab auch einen Ausblick auf anstehende Aufgaben und Ausgaben. Was den öffentlichen Personennahverkehr angehe, so sei die Gemeinde zusammen mit Rosenheim und Stephanskirchen „bestens versorgt.“ Die derzeit 29 Haltestellen des AST (Anrufsammeltaxi), das seit Dezember 2018 mit einem „Fahrservice von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts“ aufwartet, sollen um weitere Stopps ergänzt werden. Die 2000 Euro gemeindlicher Zuschuss pro Monat seien hier „gut angelegt, denn Landkreis und Bund zeigen kein Interesse, da was vor- anzubringen.“
Bei der Wasserversorgung kämen Kosten auf die Gemeinde zu. Denn mit der Firma Huber, die einen Teilbereich Riederings mit Wasser versorge, müsse ein neuer Vertrag geschlossen werden, so Häusler. Der Wasserhochbehälter in Rimsting, der den nordöstlichen Teil Riederings mitversorge, sei in die Jahre gekommen, eine Sanierung oder gar ein Neubau stünden da an. Innerhalb der gesamten Gemeinde stünden zudem noch Kanalbefahrungen an: „Da befürchte ich, dass da viele Zahlungen auf uns zukommen.“
Weitere Aufgaben in diesem Jahr seien die Umplanungen des Dorfhauses Moosen, die Abschlussplanung beim Breitbandausbau, die Neukalkulation der Wasserbeitrags- und Gebührensatzung sowie die Fertigstellung des Hochwasserschutzes am Rothbach. Und mit Edeka, dem neu ansiedelnden Lebensmittelmarkt, gehe es nun um die Bauleitplanung.