Die Freude im Ziel war riesig, doch bald folgte die Ernüchterung: Eisschnellläufer Günter Traub war in Heerenveen (Niederlande) über 5000 Meter einen neuen Weltrekord für die Altersklasse 80 bis 85 gelaufen – doch dann wurden er und sein Gegner Dirk Nauta vom internationalen Wettkampfgericht disqualifiziert. Der Vorwurf: Das Duo soll beim Bahnwechsel einen Fehler gemacht haben.
Traub ist sich sicher: „Ich habe alles richtig gemacht.“ Er ergänzt: „Dieser Lapsus ist mir in meiner 60-jährigen Eisschnelllauf-Wettkampfzeit noch nie passiert. Wahrscheinlich hat dies mein direkter Gegner, der Holländer Dirk Nauta, verursacht und dadurch die internationale elektronische Zeitnahme durcheinandergebracht.“ Eine weitere mögliche Fehlerquelle: Es wurde auch im Quartett-Start-Modus gelaufen, und Traub und Nauta wurden von den eine halbe Runde vor ihnen gestarteten, wesentlich jüngeren Läufern überholt.
Und noch etwas fiel dem Ehrenmitglied des DEC Inzell dann auf: Seine Zeit von 9:31,55 Minuten (bisheriger Weltrekord des Norwegers Dr. Arne Kjell Foldvik (9:44,28) wurde seinem Gegner Nauta zugeschrieben, obwohl dieser deutlich hinter Traub ins Ziel gekommen war. Für den 79-Jährigen ist klar: „Nauta hat meinen Zeittransponder bekommen und ich seinen.“
Zudem hatte Traubs holländische Trainerin Monique Vergeer, die ihn erfolgreich zur 5000-Meter-Weltrekord-Zeit coachte, mit einer Durchgangszeit von 5:40 Minuten bei 3000 Meter gestoppt sowie auch danach alle seine Rundenzeiten genommen und diese mitgeschrieben. Doch auch Vergeers Einspruch wurde abgelehnt. „Vermutlich ist da nichts mehr zu machen“, so Traub. Er geht am Wochenende bei der Sprint-WM der Masters in Leeuwarden (Niederlande) an den Start.who