Schwangau – Nein, an Selbstbewusstsein mangelt es den Betreibern des „Hotel Ameron Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa“ in der Gemeinde Schwangau (Kreis Ostallgäu) nicht. „Was für ein Ort, was für ein Tag, der in eine lange und glorreiche Geschichte eingehen wird“ – so begrüßte Moderator Wolfram Kons bei der offiziellen Eröffnung des Hotelkomplexes die prominenten Gäste. Die Präsidentin des Landtags Ilse Aigner (CSU) war genauso gekommen wie Herzog Franz von Bayern und Prinz Luitpold von Bayern. Immerhin hat das Luxus-Hotel, das Teil der Althoff-Kette ist, einen exklusiven Standort: Es liegt am Fuße der Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau, direkt neben dem Alpsee und den Bergen.
Zu dem Komplex gehören zwei Neubauten, mit dem Schlosshotel Lisl, dem Jägerhaus und dem Restaurant Alpenrose aber auch drei altehrwürdige, über 100 Jahre alte Häuser. „Wir wollten die Tradition bewahren, aber auch die Zukunft gestalten“, erklärte Michael Kuemmerle, Vorsitzender der Geschäftsführung des Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Die Stiftung hatte das Hotel gebaut und finanziert.
Im Jahr 2013 starteten die Planungen für das Hotel und 2016 die Bauarbeiten. In dem Resort gibt es 137 Zimmer, verschiedene Gastronomie-Angebote und einen 850 Quadratmeter großen Spa- und Wellnessbereich mit drei Saunen, einem Pool und drei Behandlungsräumen. 120 Mitarbeiter arbeiten dort. „Tourismus ist eine Leitökonomie in unserem Land“, erklärte Landtagspräsidentin Ilse Aigner und betonte, wie wichtig die Arbeitsplätze in der Branche für eine gleichwertige Lebensqualität in der Stadt und auf dem Land seien. Was für Aigner aber kein erstrebenswerter Tourismus ist: „Reisegruppen, die kommen, sich schnell das Schloss anschauen und dann sofort weitermüssen, weil sie noch nach Venedig wollen“, sagte sie. „So ein Tourismus ist mit keinem Mehrwert versehen, davon profitiert die Region nicht.“ Statt Tagestouristen wünscht sie sich deshalb mehr „wirkliche Feriengäste, die länger bleiben“.
Ein Besuchermagnet ist das Märchenschloss in jedem Fall. Auch die Betreiber des neuen Hotels wollten deshalb unbedingt „Neuschwanstein“ im Namen haben. Doch weil sich der Freistaat die Markenrechte für das Wort hatte schützen lassen, legte die Bayerische Schlösserverwaltung beim Deutschen Patent- und Markenamt Widerspruch ein. Im April einigten sich die beiden Parteien schließlich darauf, dass der Hotelkomplex doch Neuschwanstein heißen darf – „ganz offiziell und korrekt“, wie Aigner betonte.
Das Hotel hat ein sogenanntes Soft Opening gemacht, die ersten Gäste wurden im März empfangen. Im August sei das Haus zu 95 Prozent ausgebucht gewesen, berichtete Thomas H. Althoff, Inhaber der Althoff-Hotels. Auch er betonte, „kein Eine-Nacht-Hotel“ sein zu wollen.
Zur offiziellen Eröffnung überreichte ihm Michael Kuemmerle symbolisch einen Schlüssel. Und ganz so, wie es sich für den Standort gehört, hatte Kuemmerle dabei königliche Unterstützung: Nicht nur die Wittelsbacher Familie, sondern auch Kaiserin Sissi gab sich die Ehre: Musical-Darstellerin Kristin Backes (Sissi) bot gemeinsam mit ihrer Kollegin Isabella Dartmann eine Einlage aus dem Musical „Ludwig²“.