Gestorben wird immer, nicht nur im November, wenn die Tage kürzer werden und besonders der Verstorbenen gedacht wird. Dass der Tod in Bayern durchaus auch heitere Seiten hat, zeigt ein neues Buch. „Sepp, jetz geht’s dahi“ lautet der düstere Titel. Auf 120 Seiten hat Peter Dermühl eine „kleine bayerische Kulturgeschichte vom Tod“ für den Volk-Verlag zusammengetragen. Dabei führt er Hintergründiges zu literarischen Figuren wie dem „Brandner Kaspar“ oder dem „Münchner im Himmel“ an, aber auch Bräuche, wie sie bei Todesfällen gepflegt wurden.
Pragmatisch, unerschrocken, bisweilen humorvoll ist das Verhältnis des Bayern zum Tod. Das Rebellisch-Anarchische in ihm sorgt dafür, dass er sich, zumindest in der Literatur, auch mit ihm anlegt. Dermühl gelingt ein unterhaltsamer Überblick, der die Brücke vom Boandl-kramer zum einstigen Todesboten Steinkauz schlägt. kna